Keratokonus – Unregelmäßiger Astigmatismus
Keratokonus ist eine Erkrankung der Hornhaut, der transparenten, kuppelförmigen Schicht an der Vorderseite des Auges. Normalerweise ist die Hornhaut eine reguläre Linse, die das Licht auf die Netzhaut bündelt. Beim Keratokonus wölbt sie sich vor, wird dünner und tritt nach vorne. Dies wird als irregulärer Astigmatismus bezeichnet. Die Hornhautverformung führt zu einer unregelmäßigen Lichtbrechung und damit zu verschwommenem Sehen. Keratokonus ist eine fortschreitende Erkrankung, die meist in der Pubertät bei Patienten auftritt, die sich zwanghaft die Augen reiben. Die Behandlung umfasst das Unterlassen des Augenreibens, Korrekturlinsen wie Brillen oder formstabile Kontaktlinsen und in manchen Fällen einen operativen Eingriff.
Was ist Keratokonus?
Keratokonus ist eine unregelmäßige Verformung der Hornhaut, die zu einem Astigmatismus führt, der im unteren Bereich des Auges stärker ausgeprägt ist als im oberen.
Die Hornhaut verdünnt sich und bildet eine nach unten gerichtete Ausbuchtung. Dies wird als irregulärer Astigmatismus bezeichnet.
Die Krankheit tritt üblicherweise in der Adoleszenz auf und schreitet allmählich fort.
Das Sehen mit Brille ist unangenehm, kann aber mit formstabilen Kontaktlinsen korrigiert werden.
Was sind die Ursachen des Keratokonus?
Keratokonus entsteht in der Regel durch das Zusammenwirken mehrerer Risikofaktoren. Zu den eindeutig identifizierten Faktoren gehören:
Vererbung – Bei jedem zehnten betroffenen Patienten ist auch ein Familienmitglied betroffen.
Atopie – Augenallergien sind ein häufig festgestellter prädisponierender Faktor.
Übermäßiges Reiben der Augen verschlimmert die Deformation.
Genetik – Bindegewebsschwäche wie beim Marfan-Syndrom, Trisomie 21 und Ehlers-Danlos-Syndrom.
Symptome
Keratokonus ist eine langsam fortschreitende Erkrankung. Die Sehstörungen verschlimmern sich allmählich während der Adoleszenz und im frühen Erwachsenenalter. Häufig sind beide Augen asymmetrisch betroffen.
Im Frühstadium können folgende Symptome auftreten:
Eine leichte visuelle Unschärfe
Eine leicht verzerrte Ansicht – gerade Linien erscheinen gekrümmt oder wellig.
Photophobie – Erhöhte Lichtempfindlichkeit und Blendempfindlichkeit
Im fortgeschrittenen Stadium äußert sich der Keratokonus wie folgt:
Eine ständig verschwommene und verzerrte Sicht.
Progressive Myopie und Astigmatismus
Deshalb benötigen Sie möglicherweise häufiger neue Rezepte für Ihre Brille.
Der Keratokonus benötigt typischerweise Jahre, um vom Frühstadium zum fortgeschrittenen Stadium fortzuschreiten.
Diagnose
Keratokonus kann im Rahmen einer routinemäßigen Augenuntersuchung diagnostiziert werden. Ihr Augenarzt untersucht Ihre Hornhaut und misst gegebenenfalls deren Krümmung (Keratometrie). Dadurch lassen sich Veränderungen ihrer Form feststellen.
Die Untersuchung wird durch eine Topografie vervollständigt. Das Gerät erstellt eine 3D-Rekonstruktion der Hornhaut und ermöglicht so die Erkennung und Überwachung des Keratokonus.
Behandlung
Der Hauptrisikofaktor für Keratokonus ist zwanghaftes Augenreiben.
Deshalb muss jegliches Augenreiben unterlassen werden.
Um Ihnen zu helfen, wird Ihnen Ihr Augenarzt beruhigende, befeuchtende Augentropfen (Spülungen und künstliche Tränen) sowie eine Behandlung gegen Allergien verschreiben.
Die Sehtherapie bei Keratokonus richtet sich nach Ihren Symptomen:
Bei leichten Symptomen lässt sich die Sehschwäche mit einer Brille korrigieren.
Wenn Sie mit der Brille unzufrieden sind, benötigen Sie eine Anpassung formstabiler Brillengläser zur Korrektur des Astigmatismus.
Bei Kontaktlinsenunverträglichkeit oder fortgeschrittenem Keratokonus stehen chirurgische Behandlungsmethoden zur Verfügung:
Crosslinking (CXL) – Hierbei handelt es sich um eine UV-Lichtbehandlung zur Stärkung der Hornhaut. Dadurch kann das Fortschreiten des Keratokonus verlangsamt oder sogar gestoppt werden.
Intrakorneale Ringe – Hierbei handelt es sich um kleine, bogenförmige Implantate, die als „Verstärkungsbalken“ dienen, um die Hornhaut abzuflachen und Astigmatismus zu beseitigen.
Hornhauttransplantation – Wenn die Hornhaut zu dünn geworden ist, ersetzt Ihr Augenarzt sie ganz oder teilweise durch eine Hornhaut eines gesunden Spenders.
Topo-geführte Photokeratektomie – Manchmal kann der am stärksten gekrümmte Teil der Hornhaut mit einem Laser abgeflacht werden.
Komplikationen
Hydrops ist eine plötzliche Verschlechterung des Keratokonus. Die Hornhaut verdünnt sich abrupt und bildet eine kleine Blase, die einreißen kann.
Die Erkrankung führt zu einem plötzlichen Sehverlust und hinterlässt während des Heilungsprozesses eine stark beeinträchtigende Narbe. Häufig ist eine Hornhauttransplantation erforderlich.
Häufig gestellte Fragen
Ist Keratokonus eine ernste Erkrankung?
Ja und nein, es gibt verschiedene Schweregrade des Keratokonus.
Ein Beispiel hierfür ist ein Keratokonus, der im Jugendalter nach einer Sehverschlechterung entdeckt wird und daher schwerwiegend ist.
Ein leichter Fall von Keratokonus, der im Alter von 35 Jahren im Rahmen einer Untersuchung zur refraktiven Chirurgie festgestellt wurde, ist nicht schwerwiegend.
Wie behandelt man Keratokonus?
Die erste Maßnahme bei Keratokonus ist, das Augenreiben zu unterlassen! Weitere Behandlungsmöglichkeiten gibt es für:
Stabilisierung des Keratokonus: Vernetzung
Sehverbesserung – Ring, PKT, Hornhauttransplantation
Was ist irregulärer Astigmatismus?
Irregulärer Astigmatismus ist ein Astigmatismus, bei dem die Brechkraft der Hornhaut im oberen und unteren Bereich des Auges unterschiedlich ist. Dies ist beispielsweise beim Keratokonus der Fall, bei dem die Hornhaut im unteren Bereich stärker gekrümmt (astigmatisch) ist.
